27. Mai 2020 Friederike

Hochzeiten in Zeiten des Coronavirus V – Das bedeuten die Vorgaben für Eure Hochzeit!

DIESER ARTIKEL BETRIFFT DIE VERORDNUNGEN IM BUNDESLAND HESSEN! BITTE INFORMIERT EUCH IN ANDEREN BUNDESLÄNDERN ÜBER VERORDNUNGEN UND KONZEPTE! DIESE SIND ÄHNLICH STRENG ODER NOCH STRENGER, NACH MEINER BEOBACHTUNG.

Oh Mann, das hätten wir doch irgendwie alle nicht gedacht. Dass uns das Coronavirus (Drecksteil!) so ausknockt, oder? Also ich nicht. Das kann man auch ganz schön an der Evolution meiner Blogartikel sehen. Erst war ich optimistisch, dann wütend, dann immer voll informiert am ausloten, was noch so geht. Und dann, naja, dann fiel ich in ein tiefes Loch und schrieb hier gar nichts mehr. Ich brachte gerade mal die Kraft auf, um das Allernötigste zu tun, für meine Brautpaare da zu sein, eben das Allernötigste. Eine klassische Depression… und hey, es wundert mich nicht, dass das, was ich gerade aufgezählt habe, genau die fünf Phasen der Trauer sind.

Jetzt geht es bergauf. Und ich akzeptiere, dass ich in diesem Jahr vielleicht keine einzige Hochzeit mehr feiern werde. Ich akzeptiere die tausenden Brautpaare, die im Jahr 2020 den glücklichsten Tag ihres Lebens feiern wollten und jetzt vielleicht doch eher Abstand nehmen und denen es dann ähnlich schlecht geht wie mir.

Wieso ich aber denke, dass das Abstand nehmen genau das Richtige ist, das lest Ihr heute in diesem Blogbeitrag. Denn wenn wir akzeptieren, sollten wir uns mal anschauen, was die aktuellen Verordnungen konkret für eine Hochzeit bedeuten.

Erstmal, wie immer, das Pinterestbild, wenn Ihr grad keine Zeit habt diesen Artikel zu lesen oder wenn Ihr ihn gern weiterverbreiten wollt… und dann geht`s los – mit „Was bedeuten die Verordnungen eigentlich für unsere Hochzeit?!“

Und ach ja: Die Bilder in diesem Blogbeitrag sind ein gelungenes Beispiel für „So geht`s doch auch und ist wundervoll!“ Melanie und Florian in Kapstadt in Südafrika. Mit Pinguinen. ♥

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Und dann war da Corona.

Mein erster Artikel zum Thema Corona hier im Blog war ein Beitrag noch vor dem Lockdown. Darin hab ich mich damit beschäftigt, was Ihr als Brautpaar auf Eurer Hochzeit tun könnt, damit unbeschwert geheiratet werden kann. Einen Tag drauf, am Freitag, den 13. März wurden dann die Schulschließungen verkündet. Und ich legte gleich nach mit dem 10-Schritte-Programm für Brautpaare während der Pandemie und einem Blogartikel über die rechtliche Seite des Coronadesasters in Bezug auf Hochzeiten.

Ich war top informiert, wusste Bescheid, war schnell und voll gut drauf. Meine ganz eigene Form der Leugnung. Für mich war die Krise machbar. Und ich war wirklich der Meinung, im Mai oder Juni würden wir wieder (ver)heiraten. Ich glaube, wir alle dachten das. Und irgendwie war der Beginn des Lockdowns ja auch vor allem geprägt von Solidarität und Zusammenhalt, oder? Soooo schlimm war das echt nicht.

Ich glaube, wir alle haben diese dusselige Pandemie tief in unserem Inneren erstmal geleugnet. Und wir wussten ja auch gar nicht, was das bedeutet.

Und an den Blogbeiträgen der letzten Monate kann man ziemlich gut sehen, was dann passierte. Nach dieser Leugnung war ich wütend. Ich schrieb einen Blogartikel, weil so viele Menschen unsolidarisch waren und einen Blogbeitrag, in dem ich wollte, dass unsere Hochzeitsbranche gehört wird, weil viele meiner Kolleginnen und Kollegen, inklusive mir, derzeit ganz schön mit dem Coronavirus und seinen Auswirkungen zu kämpfen haben. Wir bekommen in den meisten Fällen nämlich leider wenig bis gar keine Hilfe.

Und dann verstummte ich. Nach der Wut folgte nämlich schlicht und ergreifend eine Depression. Ich hab gerade mal das Nötigste geschafft. Mich eingebuddelt und im Grunde nur noch dafür gesorgt, dass es meinen Brautpaaren gut geht und mich selbst vernachlässigt. Und eben auch keine Blogbeiträge mehr geschrieben.

Erinnert Euch dieser Ablauf an irgendwas?

Die 5 Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross

Genau, die fünf Phasen der Trauer sehen genau so aus: Leugnung, Wut, Verhandlung, Depression und Akzeptanz. Selten, und auch in meinem bzw. unserem Fall nie ganz scharf voneinander abgetrennt, aber doch vorhanden. Oder? Ich glaube, die bescheuerte Corona-Achterbahn kennen die Meisten von uns nur zu gut. Sie hat uns alle erwischt. Manche mehr, manche weniger.

Mich mehr. Das gebe ich ganz offen zu.

Doch was in diesem Trauermodell ganz zuletzt folgt, ist die Akzeptanz. Und ja, ich habe mittlerweile akzeptiert, dass in diesem Jahr stattfindende Hochzeiten nicht so aussehen werden, wie wir Hochzeiten gewohnt sind. Habe akzeptiert, dass es sogar sein kann, dass ich gar Niemanden mehr in diesem Jahr verheiraten werde. Uff. Denn von meinen 30 geplanten Hochzeiten sind Stand heute schon nur noch 10 übrig. Drei davon sind Hochzeiten, die schon vorbei sein sollten und in den Spätsommer verlegt wurden.

Ja, das ist wirklich hart. Für mich und für meine Brautpaare. Wahrscheinlich auch für Euch, die Ihr diesen Blogartikel gerade lest.

Wir müssen akzeptieren, dass wir Hochzeiten anders feiern müssen

Aber ich fürchte, wir müssen das alle akzeptieren.

Und warum ich das jetzt schon tue? Weil ich eines meinen Brautpaaren zuliebe die ganze Zeit im Blick behalten habe: Die jeweils geltenden Verordnungen. Und wenn man die so liest, ist klar: „Das wird nichts mit den Hochzeiten in diesem Jahr.“

Ich hoffe inständig, dass ich mich irre. So so so so so so sehr. Denn nicht zu verheiraten bedeutet natürlich nicht nur finanzielle Einbußen, die schwer aufzufangen sind, es heißt vor allem auch, dass mir das fehlt, was ich am allerallerallerallerliebsten mache. Es gibt für mich einfach nichts Besseres, als zwei Menschen um ihr Ja-Wort zu bitten. Und mir fehlt diese Liebe in der Luft, mir fehlt die Aufregung, mir fehlt die Trauungseuphorie, die vielleicht nur Trauredner kennen, die aber unser absoluter Kick sind. Besser als Bungejumping oder Sex 😀

Das fehlt mir wirklich.

Die Verordnungen der Bundesländer…

Und trotzdem bitte ich Euch, Euch die Verordnungen Eures Bundeslandes ganz genau anzusehen und sie Ernst zu nehmen. Das Coronavirus weiterhin Ernst zu nehmen. Denn es gilt doch auch weiterhin: jede Hand, die wir jetzt nicht schütteln, rettet Jemandem das leben. ♥

… und was sie für Hochzeiten bedeuten.

Ich hab mir die Verordnung und die geltenden Hygieneregeln für Hessen mal angesehen. Und übersetze sie in diesem Blogartikel mal zu einer Hochzeit.

Denkt bitte daran: Dieser Blogartikel gilt nur für das Bundesland Hessen und erstmal auch „nur“ bis zum 05.07.2020, allerdings glaube ich derzeit nicht, dass die Maßnahmen besonders schnell runtergefahren werden. Ja, runtergefahren werden können. Und wenn man sich das Tempo der letzten Monate ansieht, könnte ich damit Recht haben. Also, erstmal gilt das hier alles also nur bis Anfang Juli. Mit der nächsten Verordnungsrunde sehen haben wir dann bestimmt ein Zeitfenster bis August. Schauen wir mal, was diese Verordnung dann bringt, nun aber erstmal eine Übersetzung der aktuellen Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung mit Stand vom 28.05.2020.

§1 Zusammenkünfte und Veranstaltungen

(1) Aufenthalte im öffentlichen Raum sind nur alleine, gemeinsam mit einer weiteren Person oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet. Bei Begegnungen mit anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Diese Kontaktbeschränkungen gelten IMMER, also auch für Hochzeiten. Das heißt konkret: Wenn Ihr feiern möchtet, solltet Ihr Gästegruppen gründen. Jeweils zwei Haushalte bilden eine Gästegruppe.

NEU SEIT DEM 11.06.2020: Ab sofort gilt die Regeln entweder zwei Haushalten ODER 10 Personen egal welcher Haushalte dürfen sich treffen. Das heißt, Eure Gästegruppen dürfen eben jetzt aus zwei Haushalten ODER aus 10 Menschen bestehen. Sonst bleibt alles beim Alten. (Quelle Stichwort Konsolidierte Lesefassung – Beschränkung von sozialen Kontakten entweder 11.-14. Juni 2020 oder ab 15.06.2020, je nachdem, wann Ihr diesen Bericht lest ;))

Also vielleicht die beiden Elternpaare sind eine Gästegruppe, die beiden Haushalte der Trauzeugen sind eine Gästegruppe, die beiden Geschwister mit ihren Familien sind eine Gästegruppe und so weiter und so fort.

Diese Gästegruppen verbringen jeweils den Tag miteinander und müssen den Mindestabstand von 1,50m nicht einhalten. Alle Gästegruppen müssen aber Abstand zu anderen Gästegruppen halten. Den ganzen Tag, immer!

Das heißt auch auch, dass auch Ihr als Brautpaar Euch einen weiteren Haushalt aussuchen dürft und mit diesem eine Gästegruppe bildet. EIN WEITERER HAUSHALT! Mehr nicht!

Beispiele? Okay!

Wenn die Trauzeugin dabei ist, wenn die Braut sich fertigmacht und die Braut dabei umarmt, kann die Braut nicht von ihrem Papa zum Trauort gebracht werden. Denn die Trauzeugin und der Papa wohnen ja nicht in einem Haushalt. Wenn der Vater dem Bräutigam die Krawatte bindet, kann der Bräutigam keinen Schnaps mit seinem besten Kumpel trinken, denn der Papa und der Kumpel wohnen ja wahrscheinlich nicht zusammen.

Das heißt also ganz konkret für Hochzeiten in Hessen derzeit:

Keine Umarmungen nach der Trauung! Keine Gratulationen bei der gesamten Hochzeit! Punkt.

Wirklich, es gibt an diesem Punkt keine Diskussionen. Eine Hochzeit ist zwar ein emotionaler Höhepunkt im Leben, aber kein Freifahrtschein, das Gesetz zu brechen.

Das heißt übrigens auch: Die Bestuhlung für die freie Trauung muss anders aussehen als normalerweise. Zwei Gästegruppenblöcke mit einem Mittelgang dürften wirklich schwer werden. Allein der Mittelgang müsste schon ca. 3,50m breit sein (1,50m Abstand rechts und links, dazu eine geschätzte Breite der Person, die durchläuft mit 50cm ;)).

Am sinnvollsten ist außerdem allen Gästen Namensschilder zu geben auf denen man im Idealfall schnell sieht, zu welcher Gästegruppe sie gehören und einen Sitzplan für die Trauung (sowie für alle weiteren gesetzten Programmpunkte) zu haben. Denn nur so kann man ja dafür sorgen, dass die Stühle wirklich sinnvoll stehen. Ich habe in meinem Hygienekonzept übrigens auch stehen, dass ich in diesem Jahr immer eine Assistenz mitbringe. Die sorgt dann dafür, dass Gäste ihre Namensschilder bekommen und den richtigen Platz finden, ansonsten aber Abstand halten.

Und klar, auch zwischen Rednerin und Brautpaar, Rednerin und Gäste, Gästen und Brautpaar und überhaupt allen müssen wir uns an die Mindestabstände halten. Und da Aerosole wohl eine größere Gefahr darstellen als wir dachten, dürfen meine freie Trauungen in diesem Jahr auch nur draußen und ausschließlich mit Mikro stattfinden. Denn lauteres sprechen produziert mehr Aerosol. Uff, meine Güte.

In diesem ersten Absatz heißt es weiter:

Öffentliche Verhaltensweisen, die geeignet sind, das Abstandsgebot des Satz 2 zu gefährden, wie etwa gemeinsames Grillen oder Picknicken, sowie Tanzveranstaltungen sind unabhängig von der Personenzahl untersagt.

Um das ganz klar zu sagen: „Tanzveranstaltungen sind untersagt!“. Ihr seid eher so die Brunchfraktion oder wollt nur Kaffee trinken mit Euren Liebsten? Go for it!

Ansonsten kann ich all denen, die glauben „Eine Hochzeit ist doch keine Tanzveranstaltung“ nur sagen: Ich habe mit bereits vier Ordnungsämtern gesprochen und alle sind sich einig: Tanzen AUF einer Veranstaltung ist eine Tanzveranstaltung und damit untersagt.

Und ganz ehrlich? Ich wüsste gar nicht, wieso sie sich da nicht einig sein sollten. Denn all diese Verordnungen und Bestimmungen sind doch dazu da, die Verbreitung des Coronavirus aufzuhalten. Und Tanzveranstaltungen sind nun leider wirklich eins der größten Risiken. Die Menschen in Südkorea mussten das grad auf die harte Tour lernen.

Das heißt ganz konkret: KEIN TANZ AUF DER HOCHZEIT!

Die meisten Locations, mit denen ich gesprochen habe, sagen dazu übrigens ganz einfach: „Nur Hintergrundmusik“. Damit man gar nicht erst in Versuchung gerät.

Mir persönlich würden diese Punkte ja bereits reichen. Aber die Verordnung hat ja gerade erst angefangen. Ihr seht, worauf es hinausläuft, deswegen halte ich mich ab hier vielleicht ein wenig kürzer 😉

(2) Das Verbot des Abs. 1 Satz 1 gilt nicht für […] 3. Zusammenkünfte von Glaubensgemeinschaften zur gemeinschaftlichen Religionsausübung sowie Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen, wenn a) ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen, ausgenommen zwischen Angehörigen eines Hausstandes, eingehalten wird, sofern keine geeigneten Trennvorrichtungen vorhanden sind, b) keine Gegenstände zwischen Personen, die nicht einem gemeinsamen Hausstand angehören, entgegengenommen und anschließend weitergereicht werden,

Ich nehme hier mal nur Absatz b raus, denn der Rest ist ja bereits klar. Hier steht, dass keine Gegenstände zwischen Personen entgegengenommen und weitergereicht werden dürfen.

Öhm, Hochzeitsgeschenke? Wenn vielleicht nicht unmöglich, dann doch auf jeden Fall schwierig. Und für Trauungen leite ich aus diesem Absatz tatsächlich ab: Keine Rituale.

Der Aufwand, DAS zu kontrollieren und so zu gestalten, dass wir damit der Verordnung entsprechen, ist einfach viel viel viel zu hoch. Ihr müsstet als Brautpaar die Utensilien mitbringen, selbst auf den Tisch stellen, nur selbst benutzen und selbst wieder mitnehmen. Ich, die die Sachen aus einem Karton nimmt, den die Trauzeugin mir hinstellte oder ein Trauzeuge, der die Utensilien danach zusammenräumt? Nope. Alles nicht.

Also: Keine Rituale in freien Trauungen!

Das macht mir tatsächlich wenig aus. Denn selbst wenn ich Rituale echt gut finde bin ich doch durchaus in der Lage ganz ohne Ritual mit Euch die Bude abzureißen ♥

Weiter zum nächsten für uns relevanten Punkt:

4. Zusammenkünfte und Veranstaltungen sowie Kulturangebote, wie Theater, Opern, Konzerte, Kinos und ähnliches, wenn a) ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen, ausgenommen zwischen Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes, eingehalten wird, sofern keine geeigneten Trennvorrichtungen vorhanden sind, b) die Teilnehmerzahl 100 nicht übersteigt oder die zuständige Behörde ausnahmsweise eine höhere Teilnehmerzahl bei Gewährleistung der kontinuierlichen Überwachung der Einhaltung der Voraussetzungen gestattet,

Glaubt gar nicht erst, dass eine Teilnehmerzahl von mehr als 100 Menschen für eine Hochzeit genehmigt werden würde. Glaubt es gar nicht erst 😉

Höchstens 100 Menschen. INKLUSIVE Dienstleister, Servicepersonal, Locationverantwortliche etc. natürlich.

### AKTUELLE ÄNDERUNG: In der Pressekonferenz des Landes Hessen vom 18.06.2020 wurde bekannt gegeben, dass ab Montag den 22.06.2020 bis zu 250 Personen an einer Veranstaltung teilnehmen dürfen. 🙂 ###

Und es geht noch weiter, denn:

c) maximal eine Person je angefangener für den Publikumsverkehr zugänglicher Grundfläche von 5 Quadratmetern, sofern Sitzplätze eingenommen werden, im Übrigen von 10 Quadratmetern, in die betreffende Räumlichkeit eingelassen wird und

Okay, das ist ein Problem. Denn die meisten Hochzeitslocations sind ja nun nicht besonders riesig. Und 5qm können da wirklich viel sein. Für den Sektempfang gelten 10qm. Schwierig. Vielleicht in einigen Locations machbar (im Jagdschloss Platte zum Beispiel bestimmt, in anderen völlig utopisch.

Für die Gastronomie wurde diese Regel zwar in der neuesten Fassung der Verordnung abgeschafft, für Veranstaltungen gilt sie aber explizit weiter!

Also: pro 5qm ein Gast, allerhöchstens 100 Menschen auf der Hochzeit.

d) Name, Anschrift und Telefonnummer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Ermöglichung der Nachverfolgung von Infektionen von der Veranstalterin oder dem Veranstalter erfasst werden; diese haben die Daten für die Dauer eines Monats ab Beginn der Veranstaltung geschützt vor Einsichtnahme durch Dritte für die zuständigen Behörden vorzuhalten und auf Anforderung an diese zu übermitteln sowie unverzüglich nach Ablauf der Frist zu löschen oder zu vernichten;

Ha, das ist einfach! Denn eine Gästeliste gibt es ja sowieso. Aber wichtig: Auch die Dienstleister müssen hier draufstehen. Jeder einzelne Mensch, der anwesend ist! Seht also möglichst zu, dass zum Beispiel Floristen etc. schon weg sind, wenn die Sause losgeht 😉

Die Gästeliste muss penibelst geführt und einen Monat lang aufbewahrt werden.

Oh, ich hab Euch Bilder versprochen… zur Aufheiterung zwischendurch ein paar Bilder von Melanie und Florian, die 2017 mit mir in Kapstadt ja gesagt haben. Kurz nach Sonnenaufgang am Pinguinstrand. Es gibt Dinge, die brennen sich einfach ins Herz, wirklich. ♥

 
 
 
 
 
 
 
 

So. das war schön 😀

Zurück zur geltenden Verordnung in Hessen, die aus Hochzeitssicht eher nicht so schön ist 😀

e) geeignete Hygienekonzepte entsprechend den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene, Steuerung des Zutritts und der Vermeidung von Warteschlangen getroffen und umgesetzt werden und

Bitte bitte bitte, lasst Euch nichts anderes von Eurer Location oder anderen Dienstleistern erzählen. Wirklich: Es braucht ein Hygienekonzept für die Veranstaltung. Mindestens für die Location, aber meines Erachtens auch von Euch selbst für eben diese ganzen anderen Sachen wie Abstände bei der Trauung, bei Kaffee und Kuchen, beim Essen und und und.

Denn, was Euch kaum Jemand sagt: Ihr als Brautpaar seid die Veranstalter der Hochzeit. Das heißt: IHR seid haftbar! Wenn also das Ordnungsamt zur Kontrolle kommt, drohen saftige Bußgelder, wenn Ihr Euch nicht an die Verordnungen haltet. Und zwar nicht (nur) der Location oder den Dienstleistern sondern vor allem Euch als Veranstalter! Wirklich!

IHR SEID HAFTBAR!

Und wer will die Ehe schon mit saftigen Strafen im vierstelligen Bereich beginnen?!

f) Aushänge zu den erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen gut sichtbar angebracht sind,

Der einzige Trost: Ihr könnt diese Aushänge passend zu Euren Einladungen und der Papeterie gestalten 😀

Wer jetzt übrigens glaubt, der heimische Garten sei ein Ausweg aus diesen ganzen Regeln, sorry, aber:

(4) Außerhalb des öffentlichen Raums sind Zusammenkünfte nur in einem engen privaten Kreis oder als Veranstaltungen unter den besonderen Voraussetzungen des Abs. 2 Nr. 4 gestattet.

Zuhause gelten einfach die ganze genau gleichen Regeln.

Und:

(5) Die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene sind bei jeglichen Zusammentreffen zu beachten. In Situationen, in denen Maßnahmen der physischen Distanzierung nur schwer eingehalten werden können, wird das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dringend empfohlen.

Das heißt im Klartext: Mund-Nasen-Bedeckung immer dann, wenn man sich von seinem festgelegten Platz innerhalb seiner Gästegruppe entfernt. Also irgendwie fast immer. Schnell auf die Toilette? Maske aufsetzen oder hoffen, dass das Ordnungsamt nicht genau in diesem Moment ankommt. Das würde sonst nämlich 50€ pro Gast kosten 🙁

Mund- und Nasenbedeckung irgendwie fast immer

Übrigens sind laut Verordnung auch keine Spielbereiche für Kinder erlaubt. Und wo wir gerade dabei sind:

§ 4 Gaststätten und Übernachtungsbetriebe

(1) Gaststätten im Sinne des Hessischen Gaststättengesetzes vom 28. März 2012 (GVBl. S. 50), zuletzt geändert durch Gesetz vom 15. Dezember 2016 (GVBl. S. 294), Mensen, Hotels, Kantinen, Eisdielen, Eiscafés und andere Gewerbe dürfen Speisen und Getränke […] 2. zum Verzehr vor Ort anbieten, wenn sichergestellt ist, dass […] c) Küchenpersonal, Kellnerinnen und Kellner sowie Servicekräfte eine Mund-NasenBedeckung im Sinne des § 1 Abs. 6 Satz 2 tragen, d) keine Gegenstände zur gemeinsamen Nutzung bereitgestellt werden,

Kameras für Schnappschüsse auf den Tischen? Nein. Salz- und Pfefferstreuer auf den Tischen? Nein. Lustige Spiele, die auf den Tischen darauf warten, gemeinsam ausgefüllt zu werden? Nein. Zettel, die anregen, in der Photobox ein Foto gemeinsam mit XYZ zu machen? Nein. (Mal ganz abgesehen davon, dass sowas ja die Gästegruppen sprengen würde.)

Also, kein Fancy Unterhaltungsstuff auf den Gästetischen.

Wir halten also fest: Gästegruppen, Sitzordnungen, Namensschilder, keine Utensilien, keine Umarmungen, keine Vermischung der vorher festgelegten Gästegruppen, kein Tanz, Mund- und Nasenbedeckung sobald man nicht mehr sitzt, immer eine Assistenz oder Einweiser von Euch bei allen Programmpunkten, höchstens 100 Menschen, nur ein Gast pro 5qm Gastfläche, Aushänge überall und kein Fancy Stuff auf den Tischen. uff.

Und dann gibt es da noch die Handlungsempfehlungen der Dehoga, die diese Verordnung für die Gastronomie umgesetzt haben. Und sagen wir es so, da wird es nicht besser 😀

Die Handlungsempfehlungen der Dehoga

Nur ein paar kleine Anmerkungen daraus: Tischpläne, Beschränkung der Aufenthaltsdauer um das Infektionsrisiko einzudämmen, Empfehlung von Mund-Nase-Schutz, keine Warteschlangen entstehen lassen, Hinweise zu Abstandsregelungen, Desinfektionsspender am Eingang, „Sie werden platziert“-Schilder, Garderobe muss am Platz verbleiben, 1,50m Abstand Rücken zu Rücken zwischen den Tischen, haptischen Kontakt mit Speisekarten etc. auf das Notwendige beschränken oder immer eine Reinigung danach, keine Buffets (!), Desinfektionstücher am Platz, Verzicht auf Tischwäsche (!), Portionsverpackungen für Salz, Pfeffer und Zucker (boah, Zuckertütchen, örks), Papierservietten, auf gezapfte Getränke verzichten, kein Körperkontakt, kein Händeschütteln, kein Schulterklopfen, beim Servieren und Abräumen nicht sprechen (Das heißt, Ihr dürft mit dem Servicepersonal nicht sprechen, wie krass!), keine Übergabe von Gegenständen. Doppeluff.

Versteht mich richtig: ich finde all diese Maßnahmen richtig und wichtig. Ich finde, wir sollten vorsichtig sein. Auch wenn uns das den Sommer und die Hochzeitssaison verhagelt. Ich will nur auch, dass Ihr wisst, worauf Ihr Euch einlasst, wenn Ihr in diesem Jahr heiraten möchtet. Denn die Verordnung gilt zwar vorerst nur bis zum 05.07., aber ich gehe nicht davon aus, dass sich an diesen Vorgaben so schnell wirklich große Dinge ändern werden.

Und die Risikogruppe

Und ach ja, nur falls das nicht klar war bisher: Die Risikogruppe bestehend aus Menschen über 50, aus Rauchern und Menschen mit Übergewicht, allen Menschen mit Erkrankungen des Herzens, des Stoffwechsels, der Nerven und eigentlich, wirklich, einfach allen Menschen, die irgendwelche chronischen Erkrankungen haben, sollte einfach zuhause bleiben.

Es kann uns halt einfach alle treffen.

Wir sind vor dem Virus erstmal alle gleich. Nur bei den Auswirkungen dann nicht. Und das ist ja das Problem: Wenn Ihr einen Hochzeitsgast habt, der Corona hat ohne es zu wissen, dann ist eine größere Veranstaltung wie eine Hochzeit einfach wirklich für viele Menschen ein potenzielles Risiko. Leider. Ich bin da ziemlich panikfrei aber realistisch. Wir sollten einfach vermeiden, was wir vermeiden können. Was passieren kann, wenn wir das nicht tun, haben wir ja grad in Leer beim Restaurantbesuch oder in Frankfurt beim Gottesdienst gesehen.

Und im Ernst, wollt Ihr SO heiraten?

Ich empfehle Euch nach wie vor den 10-Schritte-Plan für Brautpaare und Hochzeiten während der Pandemie. Für Juli würde ich persönlich längst absagen, für August solltet Ihr langsam bei Schritt 4 ankommen, der September darf noch ein paar Wochen gechillt nichts tun oder einfach verschieben, wenn sich das besser anfühlt.

Wir Hochzeitsdienstleister gehen ganz sicher jeden Weg mit Euch und freuen uns auf jede einzelne Hochzeit in diesem Jahr noch viel mehr als sonst eh schon. Jedenfalls geht es mir so! Ich kann auch nur mit Text und ohne Schischi eine richtig geile Trauung mit Euch feiern, ist doch klar!

Es tut mir voll Leid, denn ich weiß, mit diesem Blogbeitrag hab ich jetzt leider nicht so viel Freude verbreitet. Allerdings bin ich eben beim Akzeptieren angekommen, endlich, und lebe jetzt nach dem Motto: „Irgendwer muss es Euch sagen!“. Und das war dann jetzt eben ich.

Ich mache es aber gut mit diesem kleinen Freund. Wer kann schon traurig sein, wenn ein Pinguin guckt? *grins*

 

In diesem Sinne: Habt eine tolle Zeit, trotz allem, feiert alles, was es zu feiern gibt aus vollstem Herzen! Und: Bleibt gesund!

 

PS: Nicht vergessen: Hochzeiten sind möglich, Eure Creme de la Creme der Hochzeitsdienstleister ist ganz sicher mit ihm Boot, wenn Ihr trotz dieser ganzen Beschränkungen in diesem Jahr heiraten möchtet. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich ein paar Paare unter die Haube bringen könnte. Es fehlt mir schon jetzt so so so so so so sehr!!! Und ich glaube, das gilt für echt viele Hochzeitsdienstleister, denn die meisten Kolleginnen und Kollegen lieben Hochzeiten genau so sehr wie ich und sind auf die Endorphine angewiesen. Und natürlich auch auf die Einnahmen. Deswegen gilt auch wenn Ihr verschiebt: Bezahlt bitte trotzdem schon in diesem Jahr, was vereinbart war, damit wir alle überleben können.

Und denkt immer dran: Liebe wird nicht verschoben oder gecancelt, Liebe ist immun! Zieht durch, wenn Ihr durchziehen wollt, wir Dienstleister tun alles, damit Ihr heiraten könnt! Aber falls Ihr verschiebt: Ihr wollt den Rest Eures Lebens miteinander verbringen, dann sind doch die paar Monate kein Problem 😉

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